Kundenanfragen beantworten, Produkte einpflegen, Lieferanten kontaktieren und Marketingkampagnen vorbereiten: Im E-Commerce kommen täglich neue Aufgaben hinzu. Du arbeitest viel, hast abends aber trotzdem das Gefühl, das Wichtigste nicht geschafft zu haben. Dabei leidet nicht nur deine Produktivität, sondern häufig auch deine Konzentration.
Die Methode Getting Things Done (GTD) von David Allen hilft dir, solche Verpflichtungen systematisch zu erfassen und zu erledigen. In diesem Artikel erfährst du, wie das System funktioniert, welche Stärken es besitzt und wie du es in deinem Arbeitsalltag einsetzt. Am Ende beantworten die FAQs weitere Fragen zur praktischen Anwendung.
Was ist Getting Things Done?
Getting Things Done, manchmal verkürzt als Get Things Done bezeichnet, ist eine Methode zur Selbstorganisation. Entwickelt wurde sie vom amerikanischen Produktivitätsberater David Allen. Ihr Grundgedanke lautet: Dein Kopf sollte sich mit Entscheidungen beschäftigen, statt ständig unerledigte Aufgaben speichern zu müssen.
Dafür überträgst du sämtliche Verpflichtungen in ein verlässliches System. Du sammelst Aufgaben, klärst ihre Bedeutung und entscheidest, welche Handlung erforderlich ist. Das schafft Struktur und reduziert den Stress, wichtige Dinge vergessen zu haben.
Im Unterschied zu einer gewöhnlichen Aufgabenliste beschreibt GTD möglichst konkrete nächste Schritte. Statt „Onlineshop verbessern“ notierst du beispielsweise „Produktbeschreibung für Artikel A überarbeiten“. So wird aus einer vagen Absicht eine ausführbare Tätigkeit.
Die fünf Schritte der GTD-Methode
1. Erfassen: Alles aus dem Kopf bekommen
Der erste Schritt besteht darin, sämtliche Aufgaben, Ideen und offenen Fragen zu sammeln. Das können Kundenanfragen, neue Geschäftsideen, Lieferantenangebote oder private Verpflichtungen sein. Wichtig ist zunächst nur, dass du sie zuverlässig festhältst.
Dafür genügt ein Notizbuch, dein Telefon oder eine digitale Anwendung. Sämtliche Einträge landen zunächst in einer zentralen Inbox, ohne dass du sie sofort bearbeiten musst. So vermeidest du, dass ständig neue Gedanken deine aktuelle Arbeit unterbrechen.
2. Klären: Was ist konkret zu tun?
Nun prüfst du jeden Eintrag und entscheidest, ob eine Handlung erforderlich ist. Ist das nicht der Fall, löschst du ihn, archivierst die Informationen oder merkst dir die Idee für später vor. Damit verhinderst du, dass deine Aufgabenübersicht unnötig anwächst.
Ist eine Handlung erforderlich, formulierst du einen konkreten nächsten Schritt. Größere Vorhaben zerlegst du in kleinere Teilaufgaben. Aus „Neue Produktlinie einführen“ wird beispielsweise „Drei Lieferanten wegen ihrer Einkaufspreise kontaktieren“.
Dabei gilt die Zwei-Minuten-Regel: Was du innerhalb von zwei Minuten erledigen kannst, erledigst du möglichst sofort. Andere Aufgaben werden delegiert, terminiert oder für die spätere Bearbeitung festgehalten.
3. Organisieren: Jede Aufgabe bekommt ihren Platz
GTD unterscheidet zwischen einzelnen Handlungen, umfangreicheren Projekten und festen Terminen. Diese Trennung ist wichtig, weil du einen Zahnarzttermin anders behandeln musst als eine Aufgabe, die du jederzeit erledigen kannst.
| Bereich | Verwendung |
|---|---|
| Nächste Schritte | Unmittelbar ausführbare Aufgaben |
| Projekte | Vorhaben mit mehreren Handlungsschritten |
| Kalender | Verbindliche Termine |
| Warten auf | Delegierte Aufgaben und ausstehende Rückmeldungen |
| Irgendwann/Vielleicht | Ideen ohne aktuellen Handlungsbedarf |
Zusätzlich kannst du kontextbezogene Listen führen, etwa für das Büro, Telefonate oder Arbeiten am Computer. Dadurch findest du schnell Tätigkeiten, die zu deiner aktuellen Situation passen, ohne jedes Mal alle Aufgaben durchzugehen.
4. Reflektieren: Den Überblick behalten
Einmal pro Woche solltest du dein gesamtes System überprüfen. David Allen bezeichnet diesen Rückblick als Weekly Review. Die regelmäßige Durchsicht sorgt dafür, dass abgeschlossene Aufgaben verschwinden und offene Projekte wieder einen konkreten nächsten Schritt erhalten.
Stelle dir dabei folgende Fragen:
- Welche Aufgaben habe ich abgeschlossen?
- Welche Projekte benötigen meine Aufmerksamkeit?
- Auf welche Rückmeldung warte ich noch?
- Welche neuen Informationen oder Termine sind hinzugekommen?
- Was kann ich streichen oder verschieben?
Diese Kontrolle gibt dir die Sicherheit, dass deine Aufgabenübersicht aktuell ist. Ohne sie verliert auch das beste System irgendwann seinen Nutzen.

5. Erledigen: Die passende Aufgabe auswählen
Jetzt beginnt die eigentliche Durchführung. Anders als bei starren Tagesplänen berücksichtigt GTD deine jeweilige Situation. Eine Aufgabe ist schließlich nur dann sinnvoll, wenn du die erforderlichen Arbeitsmittel und genügend Zeit hast.
Vier Faktoren helfen dir bei der Priorisierung:
| Faktor | Leitfrage |
|---|---|
| Kontext | Wo bin ich und welche Arbeitsmittel stehen bereit? |
| Verfügbare Zeit | Wie lange kann ich ungestört arbeiten? |
| Verfügbare Energie | Wie konzentriert bin ich gerade? |
| Priorität | Welche Aufgabe bringt mich meinem Ziel näher? |
Für ein kurzes Telefonat genügen vielleicht zehn Minuten. Eine anspruchsvolle Preiskalkulation verlangt dagegen mehr Energie und Fokus. Diese Flexibilität gehört zu den wesentlichen Stärken der Methode.
GTD im E-Commerce: Ein Beispiel aus der Praxis
Angenommen, du möchtest eine neue Produktlinie in deinen Onlineshop aufnehmen. Zunächst erfasst du alle offenen Aufgaben: Lieferanten finden, Einkaufspreise vergleichen, Produktbilder erstellen, das Fulfillment organisieren und den Verkaufsstart vorbereiten.
Anschließend verteilst du die Aufgaben auf die passenden Bereiche. „Lieferanten kontaktieren“ kommt auf deine Liste der nächsten Schritte. „Antwort des Fotografen abwarten“ gehört unter „Warten auf“. Der Fototermin steht im Kalender. Für die Vermarktung kannst du einen Social Media Planer und eine E-Mail Marketing Automation einsetzen.
Bei deiner wöchentlichen Kontrolle siehst du, wo das Projekt steht und welche Entscheidungen fehlen. Damit unterstützt Getting Things Done nicht nur die persönliche Organisation, sondern auch das Projektmanagement größerer Vorhaben.
Zeitmanagement: Weniger Stress, mehr Konzentration
Klassisches Zeitmanagement beschäftigt sich häufig mit Kalendern und Zeitblöcken. GTD setzt früher an: Du klärst zunächst, was überhaupt getan werden muss. Erst danach entscheidest du, wann und unter welchen Bedingungen du die Aufgabe übernimmst.
Effektives Zeitmanagement bedeutet deshalb nicht, jede Minute zu verplanen. Es geht darum, die richtige Tätigkeit zur richtigen Zeit auszuwählen. Gerade wenn du zwischen Kundenservice, Marketing und Geschäftsführung wechselst, erleichtert das die Priorisierung.
GTD ersetzt allerdings keine unternehmerische Entscheidung. Welche Projekte Vorrang haben, bestimmst weiterhin du. Die Methode schafft dir lediglich den nötigen Überblick, um diese Entscheidungen bewusster zu treffen.
Welche Tools unterstützen Getting Things Done?
Für den Einstieg reichen ein Kalender, eine Aufgabenliste und ein Notizbuch. Möchtest du digital arbeiten, stehen dir verschiedene e-Tools zur Verfügung. Microsoft To Do und Outlook eignen sich für Aufgaben und Termine, Todoist für wiederkehrende Tätigkeiten.
Trello unterstützt visuelle Projektübersichten, während Notion Aufgaben und Dokumentationen miteinander verbindet. Eine einfache Vorlage für deinen wöchentlichen Rückblick kann dir helfen, die Methode konsequent anzuwenden.
Entscheidend ist nicht die Software, sondern dein Workflow. Er sollte so einfach sein, dass du ihn auch an hektischen Tagen zuverlässig pflegen kannst.
Von der Kundenbetreuung bis zur Unternehmensstrategie
Wenn du auf Amazon verkaufen möchtest, kannst du Kontoeröffnung, Produktdatenpflege und Amazon Suchmaschinenoptimierung als einzelne Arbeitspakete erfassen. Dasselbe gilt für die Akquisition von Neukunden, deine Öffentlichkeitsarbeit oder die Kundenqualifizierung mit BANT im Sales.
Auch die Erstellung einer Website, eine IT Beratung oder die WordPress Wartung und Pflege lassen sich mit GTD begleiten. Umfangreichere Vorhaben wie einen Online Kurs erstellen und verkaufen oder eine Website auf Barrierefreiheit prüfen werden durch konkrete Handlungsschritte überschaubarer.
Bei strategischen Entscheidungen unterstützt dich zusätzlich eine Strategie Toolbox. Damit kannst du neue Marktplätze, aktuelle E-Commerce Trends, den Lebenszyklus deiner Produkte oder die Nachhaltigkeit bei Dienstleistungen bewerten, bevor du passende Maßnahmen festlegst.
Drei Fehler, die du bei GTD vermeiden solltest
Zu allgemeine Aufgaben: „Vertrieb verbessern“ beschreibt kein konkretes Vorgehen. „Fünf Bestandskunden kontaktieren“ ist dagegen eindeutig. Je genauer deine Aufgaben formuliert sind, desto leichter fällt dir die Umsetzung.
Fehlende Regelmäßigkeit: Wenn du deine Listen nicht überprüfst, sammeln sich erledigte und überholte Einträge an. Reserviere deshalb jede Woche einen festen Termin für die Durchsicht.
Unklare Prioritäten: Nicht jede Aufgabe verdient sofort deine Aufmerksamkeit. GTD hilft dir beim Organisieren, nimmt dir aber nicht die Entscheidung ab, welche Ziele für dein Unternehmen wirklich wichtig sind.
Fazit: Mehr Klarheit für deinen Arbeitsalltag
Getting Things Done macht aus ungeordneten Verpflichtungen konkrete nächste Schritte. Du weißt, was zu tun ist, worauf du wartest und welche Aufgaben du unter den aktuellen Bedingungen erledigen kannst.
Ob du ein Multi Channel Business betreibst, ein Gratis Buch als Marketinginstrument anbieten oder einen Podcast erstellen möchtest: Mit GTD behältst du die einzelnen Arbeitsschritte im Blick. Für spezialisierte E-Commerce-Aufgaben findest du bei e-commerce.partners außerdem passende Unterstützung.
Häufige Fragen zu Getting Things Done (FAQ)
Was bedeutet GTD?
GTD steht für Getting Things Done. Die von David Allen entwickelte Methode hilft dir, Aufgaben zu erfassen, zu klären, zu organisieren, regelmäßig zu überprüfen und anschließend gezielt zu erledigen.
Ist Get Things Done dasselbe wie Getting Things Done?
Ja. Beide Bezeichnungen meinen gewöhnlich dieselbe Methode. Der offizielle Name lautet Getting Things Done, abgekürzt GTD.
Wie lange dauert es, GTD einzuführen?
Ein einfaches Aufgabensystem kannst du innerhalb weniger Stunden einrichten. Bis das Sammeln, Klären und wöchentliche Überprüfen zur Gewohnheit wird, brauchst du allerdings etwas Übung.
Kann ich GTD ohne spezielle Software nutzen?
Ja. Ein Notizbuch, ein Kalender und getrennte Aufgabenlisten reichen aus. Entscheidend ist, dass du deine Einträge zuverlässig festhältst und regelmäßig kontrollierst.
Wie unterscheidet sich GTD von einer normalen To-do-Liste?
Eine gewöhnliche To-do-Liste zeigt dir offene Aufgaben. GTD geht weiter, indem du konkrete nächste Schritte bestimmst, Projekte getrennt verwaltest und regelmäßig überprüfst, was noch zu tun ist.
Eignet sich GTD für ein Multi Channel Business?
Ja. Du kannst Aufgaben für deinen Onlineshop, verschiedene Marktplätze und weitere Vertriebskanäle zentral erfassen. Dadurch verlierst du auch bei vielen parallelen Vorhaben weniger leicht den Überblick.
Was bringt GTD beim Projektmanagement?
GTD hilft dir, umfangreiche Vorhaben in konkrete Aufgaben zu zerlegen und ausstehende Rückmeldungen zu verfolgen. Für komplexe Teamprojekte benötigst du gegebenenfalls ergänzende Werkzeuge zur Ressourcen- und Terminplanung.


















